Förderung von Solarstrom – ein Buch mit sieben Siegeln?

Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien sollen rascher und günstiger realisiert werden können. Aus diesem Grund hat der Bund die Förderung von Solarstrom im Jahr 2014 neu organisiert.

Anlagen mit einer Leistung von zwischen zwei und weniger als dreissig Kilowatt können mit einer einmaligen Auszahlung vom Bund gefördert werden. Dabei erhalten Besitzer von Photovoltaik-Anlagen zwar im Vergleich zum System bis vor 2014 nur noch maximal 30 Prozent der Investitionen zurück. Dafür muss weniger lange auf das Geld gewartet werden.

Früher hatte das System anders funktioniert: Auf den produzierten Strom einer Anlage erhielt der Besitzer die sogenannte «kostendeckende Einspeisevergütung KEV». Die Ausgaben für die KEV waren allerdings mit einem Kostendeckel bestückt. Deshalb kam es zu mehrjährigen Wartezeiten.

«Vergoldete Anlagen verhindern»

Mit der Einmalvergütung gibt es für kleinere Anlagen nur noch eine einmalige Zahlung, die nicht mehr als 30 Prozent der Installationskosten deckt. Der Entscheid des Parlaments diente dazu, die Wartelisten zu verkleinern, andererseits aber auch zu verhindern, dass gewisse Anlagen über 20 Jahre lang von der KEV subventioniert und damit vergoldet werden. «Zwar bekommt man nicht mehr so viel wie früher, aber dafür gibt es den Förderbetrag innert nützlicher Frist», beschreibt Frank Rutschmann vom Bundesamt für Energie die neue Situation. «Und man kann die Anlage auch von den Steuern abziehen», gibt er zu bedenken.

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Wie funktioniert die Einmalvergütung?

Mit der Einmalvergütung (EIV) wurde 2014 ein neues Instrument für die Förderung von kleinen Photovoltaik-Anlagen eingeführt. Die EIV ist eine Investitionshilfe, welche rund 30 Prozent der Kosten einer Referenzanlage beträgt. Das Bundesamt für Energie untersucht den Markt jedes Jahr und berechnet die Kosten einer Referenzanlage aufgrund von Rechnungen und Offerten.

Der Investor erhält 20 bis 30 % der Investitionskosten einer Referenzanlage. Dies erfolgt durch einen einmaligen Betrag, welcher nach Einreichung aller relevanten Unterlagen bei der Pronovo AG ausbezahlt wird. Derzeit zahlt die Pronovo AG jeden Monat rund 800 Einmalvergütungen aus. Momentan beträgt die Wartezeit 24 Monate ab Einreichen der vollständigen Unterlagen.

Folgende Übersicht zeigt Ihnen die Unterschiede zwischen der EIV und der KEV auf einen Blick:

Was ist der Unterschied zwischen KEV und EIV?

Einmalvergütung (EIV)

verguetung_eiv
  • Einmalige Zahlung
  • Bis 30% der Investitionskosten
  • Zahlung nach definitivem Bescheid von der Swissgrid, ca. 9 Monate nach Einreichen der vollständigen IBN-Meldung

Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV)

verguetung_kev
  • Zahlung Quartalsweise, abhänging von der Produktion der Anlage
  • Höhe der Vergütung gemäss KEV-Tarifen
  • Anlage wird in Warteliste aufgenommen
Vergleich Förderbeiträge KEV/EIV

Kosten­deckende Einspeise­vergütung (KEV)

11
Rp./kWh

Einmal­vergütung (EIV)

Grundbeitrag

CHF1400

 

+

Leistungsbeitrag

CHF340/kWp

Anlagen ≥30 kWp: CHF 300/kWp

Kosten­deckende Einspeise­vergütung (KEV)

11
Rp./kWh

Einmal­vergütung (EIV)

Grundbeitrag

CHF1550

 

+

Leistungsbeitrag

CHF380/kWp

Anlagen ≥30 kWp: CHF 330/kWp

Alle KEV Tarife
Leistungsklasse
Inbetriebnahme
ab 1. Oktober 2016 ab 1. April 2017 ab 1. Januar 2018
≤100 kWp 13.3 12.1 11.0
≤1000 kWp 12.2 11.5 11.0
>1000 kWp 12.2 11.7 11.0
KEV Tarife (Rp./kWh)
Alle EIV Tarife
Inbetriebnahme
ab 1. Oktober 2016 ab 1. April 2017 ab 1. April 2018 ab 1. April 2019
Angebaute Anlagen
Grundbeitrag (CHF)
1400 1400 1400 1400
Leistungsbeitrag <30 kWp (CHF/kWp) 500 450 400 340
Leistungsbeitrag ≥30 kWp (CHF/kWp) 400 350 300 300
Integrierte Anlagen
Grundbeitrag (CHF)
1800 1600 1600 1550
Leistungsbeitrag <30 kWp (CHF/kWp) 610 520 460 380
Leistungsbeitrag <100 kWp (CHF/kWp) 460 400 340 330
EIV Tarife (Leistungsbeitrag)

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Rentabilität verbessern mit Eigenverbrauch

Immer zentraler: Eigenbedarf abdecken

Seit der Einführung der EIV darf man auch den Eigenverbrauch mit Solarstrom vom eigenen Dach decken. Dies war vorher nicht von allen Energieanbietern erlaubt. Der Eigenverbrauch bietet einem Produzenten die Möglichkeit, die eigens produzierte Energie zu verbrauchen. Diese Praxis ist seit dem 1. April 2014 rechtlich definiert. Um den Mechanismus zu verstehen, bietet sich das Bild eines Milchproduzenten an: Es steht ihm frei, in den Stall zu gehen, seine Kuh zu melken und die Milch zu trinken. Er muss sie nicht erst an einen Laden verkaufen und dann zurückkaufen. Im selben Sinn ist der Photovoltaik-Produzent, der seinen Strom direkt selber verbraucht, von Steuern und Netznutzungskosten befreit (entsprechend dem Milchladen).

Wird der Strom jedoch während des Tages in das Netz eingespeist und in der Nacht verbraucht, ist dies ein anderer Fall. Es ist, wie wenn der Milchproduzent den Laden benutzt, um seine Milch für einige Tage dort in den Kühlschrank zu stellen. Er profitiert von einer Dienstleistung des Ladens. In gleicher Weise erbringt das Elektrizitätsunternehmen eine Dienstleistung, indem es Solarstrom ins Netz aufnimmt und ihn später zurückverkauft. Aus diesem Grund kauft das Elektrizitätsunternehmen den Strom zu einem tieferen Preis, als es ihn verkauft.

Energiefluss im Haus

Die Grafik zeigt den Energiefluss eines Produzenten-Konsumenten (Eigener Solarstrom grün, Strom aus dem Stromnetz blau). Jede selber konsumierte Kilowattstunde stellt eine Ersparnis von etwa 20 bis 25 Rappen pro Kilowattstunde dar. Falls der Eigenverbrauch nicht direkt möglich ist, wird der Überschuss an das Netz zum Preis von rund 6 bis 9 Rappen pro Kilowattstunde verkauft. Insbesondere in der Nacht und bei sehr schlechtem Wetter liefert das Netz den Strom, den der Haushalt benötigt. Der Produzent, der seine Elektrogeräte bei Sonnenschein benützt, wird mit diesem System finanziell belohnt.

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Auswirkungen der neuen Energiestrategie

Energiestrategie 2050 - was heisst das für mich? Das verändert sich im Bereich Bundes-Förderungen ab 1. Januar 2018

  • Einmalvergütungen (EIV) werden ausgebaut
  • Langzeitsubventionen verlieren an Wichtigkeit
  • Bisherige Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) entwickelt sich weiter zum Einspeisevergütungssystem (EVS)
  • Immer mehr Solarstrom wird via Direktvermarktung veräussert (Dver)
Bundes-Förderungen ab 1. Januar 2018
<2kWp
2 –
100
kWp
Nur Einmal­vergütung (EIV) möglich
Gesuch für Einmal­vergütung (EIV) wird nach dem Bau eingereicht
Keine Pflicht zur Direkt­vermarktung (Dver)
Energie­versorger (EVU) muss Solar­strom abnehmen
100 –
3000
kWp
3000 –
50'000
kWp

Freie Wahl zwischen Einmal­vergütung (EIV) und Einspeise­vergütungssystem (EVS)

Gesuch für Einmal­vergütung (EIV) muss vor dem Bau eingereicht werden
Wechselpflicht von KEV zu Direkt­vermarktung (Dver)
Energie­versorger (EVU) muss Solar­strom abnehmen
<2kWp
2 –
100
kWp
100 –
3000
kWp
3000 –
50'000
kWp
Nur Einmal­vergütung (EIV) möglich

Freie Wahl zwischen Einmal­vergütung (EIV) und Einspeise­vergütungssystem (EVS)

Gesuch für Einmal­vergütung (EIV) wird nach dem Bau eingereicht
Gesuch für Einmal­vergütung (EIV) muss vor dem Bau eingereicht werden
Keine Pflicht zur Direkt­vermarktung (Dver)
Wechselpflicht von KEV zu Direkt­vermarktung (Dver)
Energie­versorger (EVU) muss Solar­strom abnehmen

Steuerabzug

Unabhängig von der gewählten Förderung können Sie die Investitionskosten für eine Photovoltaik-Anlage vollständig von den Steuern abziehen. Dieser 100%-Steuerabzug gilt bis auf weiteres in fast allen Schweizer Kantonen.

Kantonale Förderungen

Mehrere Schweizer Kantone bieten individuelle Förderungen in Form einer Subvention. Kontaktieren Sie uns diesbezüglich. Gerne klären wir die individuellen Förderungen für Sie ab

Förderungen der lokalen Stromversorger

Die Förderungen der lokalen Stromversorger sind interessante Alternativen oder sogar Ergänzungen zu den bundesweiten und kantonalen Förderungen. Die einzelnen Stromversorger bieten sehr unterschiedliche Förderungen an. Gerne helfen wir Ihnen bei der Wahl des richtigen Förderprogramms.

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